Der Eishockey-Zeitzeuge Josef „Jupp“ Kompalla

„Ich möchte Iserlohn als Eishockey-Ort nicht missen. Ich bin gerne nach Iserlohn gekommen, um die Spiele zu leiten“, urteilte Josef „Jupp“ Kompalla. Zwei unterhaltsame Stunden vergingen wie im Zeitraffer.

Das hatte einen Grund: Wenn Josef „Jupp“ Kompalla (83) von seiner Eishockey-Karriere als Spieler (bis zum 32.Lebensjahr) und als international gefragter Schiedsrichter erzählt, dann ist dies mehr als ein Streifzug durch das deutsche und internationale Eishockey. Ob er anlässlich eines Istwestija-Cup-Turnieres mit Parteichef Breschnew eine Zigarre in der VIP-Lounge in Moskau geraucht hat, seine sieben Jahre als Meßdiener auflistet oder ein Eisstadion als Käfig mit 22 Tigern sieht – immer ist der rüstige Eishockey-Rentner für Sprüche mit Inhalt und Niveau gut.

Einige Besucher der zweistündigen Veranstaltung mit Josef Kompalla

Sein Urteil über das deutsche Eishockey („Mir tut das Herz weh, wenn ich das sehe“) ist ebenso klar und eindeutig wie sein Urteil über Trainer und Spieler: „Die haben mir meine Karriere wahr gemacht. Sie haben mir das alles ermöglicht, weil ich die Spiele gut leiten konnte.“ Er habe wohl alles richtig gemacht, ließ er die rund 60 Besucher, die auf Einladung des Fördervereins „puck“ - Das Eishockey-Museum in Hemer erschienen waren, wissen, fügte aber auch ungeschminkt hinzu, „dass ich als Schiedsrichter die ganze Welt gesehen habe,  aber weder Mitglied eines Kegelclubs oder einer Skatrunde bin. Manchmal bin ich auch einsam.“ Ein älterer ECD-Fan wollte von ihm noch wissen, „wie er denn die verräucherte Eissporthalle in Iserlohn in den 80er Jahren in Erinnerung habe?“ - Kompalla: „Das war meine Atmosphäre. Ich habe doch damals auch geraucht.“

Von links: Nicole Kompalla, Nanette Knepper, Klaus Thom, “Jupp“ Kompalla, Uwe Strucken und Katja Bandlovsky, die 1999 das Frauen-WM-Finale USA – Kanada in Finnland geleitet hat – außer Nicole Kompalla und ihrem Vater alles ehemalige Unparteiische aus dem Iserlohner Raum.

Zu seinen Anekdoten gehörte auch die Erwähnung einer Einladung von ECD-Boß Heinz Weifenbach Ende der 80er Jahre nach Libyen ins Gadaffi-Zelt. Kompalla hat mit der Bemerkung abgelehnt, „dass er als städtischer Bediensteter in Krefeld sofort gekündigt würde.“ Sein Urteil über Weifenbach: „Ein Typ, der für Eishockey lebte.“ 

Die Autogramme von Josef „Jupp“ Kompalla und seiner Tochter Nicole waren ebenso gefragt wie Selfies

Der Förderverein „puck“ - Das Eishockey-Museum wird in lockerer Folge die Veranstaltungen rund um das heimische Eishockey im kommenden Jahr fortsetzen.

Ein Kompalla-Trikot gehört seit Samstag zum Museumsbestand

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